Fragen die sich für Segelgreenhorns einfach stellen

1. Wie beginnt eigentlich so ein Törn?

Nach der Ankunft im Ausgangshafen und der Kojeneinteilung erfolgt eine Einweisung in die Funktionen aller wichtigen Dinge auf der Yacht. Es wird gemeinsam eine Bordkasse angelegt, der Skipper bezahlt anteilig mit ein, was bei fast allen Kojenvercharterern nicht üblich ist. Von diesem Geld wird das Essen und Trinken an Bord, Hafengebühren und der Kraftstoff für die Yacht bezahlt. Aus Erfahrung liegt dieser Betrag pro Teilnehmer bei ca. 150,- bis 200,- € pro Woche. Beim Essen gehen bezahlt jeder seinen Anteil selbst,wobei der Skipper für Erbsenzähler die bei einer gemeinsamen Tischrechnung centgenau abrechnen wollen, kein Verständnis hat!:-)) Ob nach Besprechung aller sicherheitsrelevanter Dinge noch am selben Tag ausgelaufen wird oder erst am Tag darauf, richtet sich nach dem schon im Vorfeld mit der Crew besprochenen Törnplan. Unter Berücksichtigung der geplanten Strecke und des Wetters entscheidet letztendlich der Skipper.

2. Wie viele Stunden wird täglich gesegelt?

Die Interessen der Crew werden schon vor einem Törn besprochen. Möglichst viel segeln oder höchstens 3 oder 4 Stunden täglich und stattdessen viel Gelegenheit zum Schwimmen, Tauchen, dolce far niente – alles ist möglich. Ein bisschen Landgang sollte natürlich auch sein. Es wäre doch schade, wenn außer Häfen und Buchten keine Eindrücke von einer wunderschönen Landschaft zurückbleiben würden.

Selbstverständlich müssen nicht alle das Gleiche tun. Dank Handy lassen sich einzelne Grüppchen zu einem bestimmten Termin wieder unter einen Hut bringen.

 

3. Ein Segeltörn, ist das wirklich etwas für mich?

Ja, wenn dir bewusst ist, dass ein Segelschiff kein „modernes Verkehrsmittel“ ist, das wir besteigen, um zur gewünschten Zeit an einem geplanten Ort anzukommen. Wer das sucht, reist mit dem Auto pünktlicher – dafür wesentlich gefährlicher, das nur nebenbei. Wer auf einem Segelschiff reisen will, sollte mit Zeit- und Zielvorstellungen flexibel umgehen können. Das Meer, das Wetter – die Natur – bestimmen!

Wieder ein wenig zu lernen, von der Natur abhängig zu sein, ist etwas vom Schönsten und Wichtigsten, was uns die Segelei vermitteln kann.

Nein, wenn du wenig vom vorig genannten hälst, Teamwork ein Fremdwort für dich ist, dein Schminkkoffer dir sehr viel bedeutet oder man dich als Besserwisser und Nörgler kennt, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Finger weg!

4. Wo wird übernachtet, wird auch nachts gesegelt?

Je nach Möglichkeit und dem Wunsch der Crew wird für die Nacht eine Bucht oder ein Hafen angelaufen. Geschlafen wird an Bord in den Kojen oder an Deck unter dem Sternenhimmel im Schlafsack. Ein Highlight ist sicherlich auch eine Nachtfahrt.

5. Wie sieht so eine Segelyacht denn innen aus?

Für 8 Kojen in 4 Kabinen sind üblicherweise 2 Toilettenräume vorhanden. Zwischen den Bug- und den Heckkabinen ist der Salon mit Platz für die gesamte Crew und die Küche (Pantry), sowie der Kartentisch des Skippers. Die Stehhöhe beträgt bei modernen Yachten überall ca. 2 Meter.

 

6. Was macht man nach dem Anlegen im Hafen oder dem Ankern in einer Bucht?

Der Skipper war üblicherweise schon mehrmals in dem Revier unterwegs, kennt interessante Landausflüge und auch Restaurants, bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Man glaubt es kaum, wie schnell die Zeit auch in einer schönen Badebucht vergeht.

7. Was kostet es sonst noch?

Wie schon unter Punkt 1 gesagt, ca. 150,- bis 200 € pro Crewmitglied und Woche für die Bordkasse. Die Preise in den Restaurants der „Segelländer“ sind mit denen bei uns vergleichbar, nicht selten auch geringer. Wie überall hat das Restaurant mit der größten Terrasse direkt am Hafen natürlich die höchsten Preise.

Flüge zu den Hafenstädten sind bei rechtzeitiger Buchung heutzutage durchaus günstig, außerdem wesentlich ungefährlicher als mit dem Auto zu fahren.

8. Wird mir beim Segeln nicht schlecht?

„Strahlend blauer Himmel, kräftiger Wind, starker Wellengang und unsere Yacht wurde unsanft hin und her geworfen. Gähnattacken, leichter Schwindel und das zunehmend mulmige Gefühl im Magen, bis ich an der Reling hing und Neptun meinen Tribut zollte.“ So die Beschreibung in einem Törnbericht. Kaum im Hafen angelegt oder in einer ruhigen Bucht geankert, und in wenigen Minuten ist der ganze Spuck vorbei. Ein Beweis, dass die Angst eine wesentliche Rolle spielt. Normalerweise gewöhnt sich der Körper in 1-2 Tagen an die Bewegungen des Schiffes. Außerdem ist der Wellengang im Sommerhalbjahr im Mittelmeer wie auch in anderen Seegebieten bis auf wenige Ausnahmen doch sehr gemäßigt. Wer weiteres dazu erfahren möchte, kann den angehängten Artikel von Thorsten Siebenborn – mit Ergänzungen von Apothekerin Carla Schenk – lesen, die zusammen mit ihrem Mann schon mehrere Weltumseglungen überstanden hat.

Was hilft gegen Seekrankheit von Thorsten Siebenborn

9. Gepäck, was nehme ich mit?

Je nach Jahreszeit, Revier und Dauer des Törns variiert das natürlich etwas. Was in der Reisetasche oder dem Seesack sein sollte, ist in einer extra Liste zusammengefasst.

Was gehört in die Segeltasche

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