Der Homo sapiens sailensis

Deutsch – Segler! Segler? Na diese Typen die einfach nicht begreifen wollen, daß sich die menschliche Rasse inzwischen eindeutig zu Landlebewesen entwickelt hat und infolgedessen viel Geld dafür ausgeben um sich, wenn schon nicht ständig im – so doch wenigstens auf dem Wasser bewegen zu können. Dazu nutzen sie schwankenden Holz- oder PVC-Stücke der verschiedensten Größen und Bauart. Sie kaufen Neopren und Goretexanzüge um ihre Haut, die auf Grund der Evolution der Schuppen beraubt ist, vor dem Wasser zu schützen. Wenn sie abends von ihren Segelausflügen zurückkommen, sind sie verschwitzt und vom rumhocken auf ihren Booten angeblich völlig fertig.

Nichtsdestotrotz lechzen sie jedoch gleich wieder nach Wasser, dass sie dann in Form einer Dusche äußerlich, oder aus Flaschen und Tetrapacks literweise zu sich nehmen um ihren inneren Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, und dass obwohl sie den ganzen Tag Wasser um sich hatten. Forschungen und entsprechende Umfragen haben allerdings in den letzten Jahren eine Trendwende im Bereich der individuellen Flüssigkeitsaufnahme gezeigt, über 80% sollen auf alkoholhaltige Getränke umgestiegen sein.
Ein weiteres Phänomen der Spezies Sailensis ist die Tatsache, dass sie immer wieder und angeblich im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten das Festland verlassen, freiwillig und bei jedem Wetter, Stunden oder auch tagelang auf dem Wasser herum segeln, um sich dann wie wahnsinnig zu freuen wenn sie wieder an Land kommen.
Das Segeln selbst, ist als gesundheitsgefährdende Sportart zu bezeichnen. Hat man sich einen Segelvirus eingefangen wird man ihn meist lebenslang nicht wieder los. Gemeinsam mit Paddlern, Ruderern, Surfern und Tauchern wird der Segler der großen Gruppe der Wassersportler zugeordnet, die als unheilbar krank, mit hoher Ansteckungsgefahr und chronischer Abfolge bezeichnet wird.
Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar, Spontaninfektionen mit einer Inkubationszeit zwischen einer Stunde und 14 Tagen sind ein bisher ungeklärtes medizinisches Mysterium, ebenso wie die Tatsache der völligen Immunität mancher Menschen. Ähnlich dem Penicillin können Ehepartner und Kleinkinder als zeitweilige Linderungsmittel angesehen werden, die aber meist keine dauerhafte Heilung herbeiführen.
Der Segler ist als zwiegespaltene Persönlichkeit zu betrachten, der in der Metamorphose Fisch- Säugetier –Mensch einige Sprossen ausgelassen hat.
In einer weiteren Klassifizierungsstufe wurden Besitzer von kleineren Booten der Untergruppe Homo sailensis aquarius zugeordnet. Sie sind meist noch sehr gute Schwimmer und Taucher und ihre Oberhaut unterscheidet sich durch bräunliche, lederartige Strukturveränderungen von der normaler Menschen. Häufig steht auch Fisch auf ihrem Speisezettel, den sie jedoch entsprechend ihrer Entwicklungsstufe mit mehr oder weniger primitiven Werkzeugen fangen. Ihr Alltag auf den Booten ist von kriechenden, krabbelnden und schlangenartigen Bewegungsabläufen geprägt.
Im Alter werden Folgeschäden wie Darmstörungen, Harnstauungen und Bandscheibenschäden diagnostiziert. Auch Leberschäden die von zwanghaften Manöverschlucken herrühren sind nicht selten. Die permanent schwankenden Bewegungen des Wassers rufen mitunter Gang- und Standataxien hervor, wenn sich ein Segler wieder auf dem normalen Festland bewegt. Auf Grund einer modernen medizinischen Breitenversorgung sind heutzutage jedoch Nebenerkrankungen wie Holzbeine, Hakenarme und Augenbinden wie noch zu John Silvers Zeiten, eher selten geworden.
Die zweite Untergruppe der Segler ist der Homo sailensis dry, der in Wissenschaftlerkreisen oft auch unter dem Synonym „Jünger Nemos“ näher beschrieben wird.
Er bewegt sich ausschließlich auf dem Wasser, mit Booten ab einer Größe von etwa 50 Fuss. Die Meisten Individuen dieser Untergruppe sind des Schwimmens unkundig und werden sogar als wasserscheu bezeichnet. Bis auf Leber- und Nierenschäden gibt es in dieser Gruppe keine wesentlichen Krankheitssymptome, manche besitzen noch bräunliche Hautmerkmale, die sich aber nur am Kopf und den Extremitäten zeigen.
Allerdings zeichnen sie sich durch einen höheren Intellekt aus, der es ihnen ermöglicht Angehöriger der Gruppe Hs.aquarius zu unterwerfen und diensbotenartig zu nutzen.
Trotz dieser Tatsache ist der H.s.dry nicht als grundsätzlich bösartiger Charaktertyp zu betrachten, sondern gilt als unschädlicher Naturliebhaber.
Glücklicherweise ist im Allgemeinen zu erkennen, daß die Wassersportler gelernt haben mit ihrer Krankheit zu leben. Sie rotten sich in Lagern und Clubs um die Wasserreservate der Erde zusammen und versuchen normale Menschen so wenig wie möglich zu belästigen.
Darum:
Lasst sie gewähren, erhaltet ihren Lebensraum
und störet ihre Kreise nicht!

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