Segelgeschichten

von Kerstin Hahn, die als freie Journalistin am Bodensee lebt und als passionierte Seglerin auch gerne Ihre Törnberichte und Segelerlebnisse in den richtigen Rahmen bringt.
Von ihr bisher erschienen: „Heiter bis wolkig – das Wetter am Bodensee“, ein Wetterbuch, das jedermann nachvollziehbare praktische Hinweise gibt und ohne Meteorologiestudium und Fachchinesisch auskommt. Ihr neustes Werk: „Angetörnt – der ganz normale Charterwahnsinn“, eine vergnüglich amüsante und ironische Sammlung von Geschichten über Häfen, Charterbasen und vor allem den Charakteren der „Homo sapiens sailensis“……… Weiterlesen

Die idyllische Ankerbucht

Wir lagen gemütlich vor Anker in einer der zahllosen idyllischen Buchten der Ionischen Inselwelt und genossen gerade unseren Sundowner in der Plicht, als sich ein weiteres Boot in die Bucht schob. Aufgeregtes Stimmengewirr drang an unsere Ohren.

Wenn man selbst schon alles aufgeklart hat, ist es immer lustig, die Anker- oder Hafenmanöver der anderen zu verfolgen. Wir reichten also die Flasche noch mal rum, und in stiller Übereinkunft legte jeder seine „Lästerplatte“ auf, mal sehen, was die so zu bieten hatten! Zwei große Kreise und eine acht wurden gefahren, und alle standen an Deck, spähten ins Wasser und gaben „Untergrundinformationen“ an den Skipper durch. Sehr amüsant!

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Landratten an Bord

….. und auch noch weiblich! Das war mein erster Gedanke, als ich die Crewliste meines neuen Törns durchging. Im Verhältnis 3:4, was ich mit meiner Wenigkeit wieder auf 4:4 auszugleichen gedachte. Sowas kommt davon, wenn man Werbehefte druckt mit Sätzen wie „für Jedermann geeignet“, „Segelerfahrung nicht notwendig“ oder „Bereitschaft für kleinere Handreichungen erwünscht“. Dabei stand gerade auf dieser Tour eine Überfahrt mit 300 sm mit auf dem Plan. Was habe ich mir da wieder aufgehalst, hoffentlich kann man die Damen wenigstens in der Kombüse gebrauchen, hoffentlich sind sie nicht so zickig….. aber wenigstens vom Alter her scheinen sie zu passen……..

Solche und ähnlich unkoordinierte Gedanken kreisten in meinem Kopf, während ich noch allein in der Plicht saß und auf die Ankunft meiner Crew wartete. An die männlichen Teilnehmer verschwendete ich keinen Gedanken, die haben gebucht, so ist das eben und damit basta. Zwei davon waren wohl auch schon mal auf Schiffen, na wird schon recht sein.

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Der Homo sapiens sailensis

Deutsch – Segler! Segler? Na diese Typen die einfach nicht begreifen wollen, daß sich die menschliche Rasse inzwischen eindeutig zu Landlebewesen entwickelt hat und infolgedessen viel Geld dafür ausgeben um sich, wenn schon nicht ständig im – so doch wenigstens auf dem Wasser bewegen zu können. Dazu nutzen sie schwankenden Holz- oder PVC-Stücke der verschiedensten Größen und Bauart. Sie kaufen Neopren und Goretexanzüge um ihre Haut, die auf Grund der Evolution der Schuppen beraubt ist, vor dem Wasser zu schützen. Wenn sie abends von ihren Segelausflügen zurückkommen, sind sie verschwitzt und vom rumhocken auf ihren Booten angeblich völlig fertig.

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