2016 Phuket/Thailand nach Langkawi/Malaysia

Programm vor dem Törn: 3 Tage Bangkok die Hauptstadt Thailands – Phuket Yacht Haven Marina – Phuket Ao Chalong – Phi Phi Don Ton Sai Bay und Don Ao Yongkasem – Koh Lanta Hat Kan Tiang – Koh Muk – Koh Bulon Group – Butang Group – Koh Lipe – Pulau Langkawi Royal Langkawi Yacht Club – Pulau Singa Besar – Telaga Harbour Marina Langkawi – Pulau Datai Langkawi – Rebak Marina – Royal Langkawi Yacht Club – Programm nach dem Törn: 3 Tage Kuala Lumpur die Hauptstadt Malaysias

2014 Marmaris über Ölü Deniz und Kaş bis Üçağiz und zurück

Netsel Marina Marmaris – Ciftlik Koyo – Marmaris – My Marina Ekincik – Karacaören – Gemiler – Ölü Deniz – Kaş Stadthafen – Kale – Üçağiz – Karaloz/Pferdekopfbucht – Bayindir Limani – Kalkan Stadthafen – Beştaş Limani /Coldwater Bay – Fethije Steg Yacht-Classic-Hotel – Göcek Gemeindesteg – Insel Teresane – Netsel Marina Marmaris

2014 Marmaris – Marmaris

Marmaris – Ciftlik Koyo – Bozukkale – Datca – Palamut – Knidos – Kuruca Bükü – Karasüleyman Bükü (Big Foot) – Orhaniye Koyu – Selimiye Koyu – Dirsek – Bozburun – Sögüt Limani Serce Limani – Ciftlik Koyu – Marmaris

Flugsuchmaschinen

Für den Flug zum Törn.
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2014 British Virgin Islands

Hodges Creek Marina – The Bight/Norman Island – Salt Island – Cooper Island – Peter Island – Soper´s Hole/Island Tortola – Great Habour und White Bay auf Jost Van Dyke – Marina Cay – Island Anegada – Saba Rock im Gorda Sound auf Virgin Gorda – Spanish Town – The Bath auf Virgin Gorda – Road Town auf Tortola – Hodges Creek Marina

2010 Sailing in Arctic Norway

Segeltörn zwischen 69. und 71. Breitengrad Nord

Für einen Urlaubstörn eher seltene Koordinaten; wir bewegen uns zwischen 400 und 700 km nördlich des Polarkreises und sind auf gleichem Breitengrad wie Wainwright in Alaska, Uuhrmannaq in Grönland oder Kjusjur in Nordsibirien. Ausgangspunkt unseres Törns ist Tromsø in Nordnorwegen, von wo aus wir das Nordkap ansteuern wollen.

Erste Hürde ist ein passendes Boot zu finden, denn Charterbasen gibt es fast ausschließlich nur in Südnorwegen. Nach mehreren erfolglosen Internetanfragen meldet sich schließlich die spanische Agentur „Yacht Charter Connection“, deren „connections“ tatsächlich bis Nordnorwegen reichen und die uns an Ivar von Boreal Yachting in Tromsø vermittelt. Ivar hat zwei, seit diesem Sommer sogar 5 Boote im Angebot. Gewusst wo! Wir buchen für uns vier sein Kleinstes, eine Gib Sea 37. Ivar, organisiert auf Wunsch noch 2 Vorab – Nächte in einem netten Hotel für uns, holt uns am Flughafen ab, hilft beim Gepäcktransport, macht auf dem Weg zum Hotel noch eine kleine Stadtrundfahrt mit uns, nimmt sich am Abend noch gut 2 Stunden Zeit, um uns an Hand von Karten Revierinformationen zu geben und spielt 2 Tage später nochmal Chauffeur vom Hotel zum Boot. Der erste Eindruck ist entsprechend positiv und verstärkt sich weiter, als wir an Bord unserer, in jeder Hinsicht gut ausgerüsteten, „ÓCEANE“gehen. 8 Jahre alt, aber sehr guter Zustand, wohnliche Details, ordentliches Werkzeug, Verbandskasten und Medikamente, reichlich Kartenmaterial, Radar und Plotter, Kochgeschirr, Erstausrüstung vom Gewürz bis zum Toilettenpapier.

Doch die ersten beiden Tage verbringen wir, wie geplant, im Hotel in Tromsø und haben Glück es bei blauen Himmel und sommerlichen 14 Grad kennen zu lernen. Zum Pflichtprogramm gehört natürlich der Gang über die Verbindungsbrücke zum Festland, mit Besichtigung der Eismeerkathedrale, eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Fjelshusen, den Hausberg Tromsøs, von wo wir einen super Rundblick genießen, ein Bummel über den Markt und durch die kleinen Gassen mit ihren bunten Häusern, sowie ein Spaziergang am Kai entlang zum Polarmuseum, auf dessen Rückweg wir bei der nördlichsten Brauerei der Welt eine Mack- Biersorten Verkostung vornehmen. Tromsø hat mehrere Häfen, die Boreal –Schiffe liegen westlich der Inselstadt in Eidkjosen, praktischerweise ist 300m entfernt ein großes Einkaufszentrum.

Wir starten unseren Törn gen Norden, unterqueren die Verbindungsbrücke nach Kvaloysletta und haben auch heute herrliches Sommerwetter, d.h. wir sitzen im Ölzeug mit geschlossenen Kragen bei 14 Grad an Deck und freuen uns über klaren Himmel und gute Sichtverhältnisse. Sommer in Nordnorwegen, das kann man sich am besten vorstellen, wenn man z. B. jeweils den Tag der Eisernen – Dezemberregatta am Bodensee der letzten 14 Jahre aneinander reiht. Im Durchschnitt 8-14°C, mittags für 3 Stunden an windgeschützten Stellen in der Sonne auch mal 20-24 Grad. Schnell wechselndes Wetter mit Nebelfeldern oder Starkwind und eiskalten Regenschauern die auch Schneeflocken mitbringen können und unterm Kiel permanente 8 Grad. Auffallend anders sind die Nächte, die eigentlich gar keine sind, denn die Sonne geht z. B. am 1. August um 2.49 Uhr auf und erst um 22.51 Uhr unter, das verschiebt sich tgl. um 6 Minuten, dazwischen liegt nur eine Dämmerungsphase, rosa Wölkchenromantik ersetzt das Nachtschlagfeeling! Redewendungen erhalten einen neuen Sinn, wer hier verspricht zurück zu kommen, sobald es dunkel wird, kommt u. U. erst Monate später wieder! Wir schrubben deshalb gleich am ersten Tag auf unserem Weg gen Norden 52 sm weg, leider alles unter Motor, denn windtechnisch geht gar nix. Zwischen Grottsundet und Ullsfjorden begegnen wir den ersten Papageitauchern und amüsieren uns über ihre flinken Tauchgänge. Vor dem Hintergrund der Gebirgskette um den Gammvikblaisen schießen wir traumhafte Fotos, während uns Schweinswale umkreisen. Die erste Nacht verbringen wir (für 6 € Liegegebühr) in Skervoy, einem Fischerhafen mit Fischfabrik und Gästesteg. Es gibt ein Clubhaus, das Duschen und sogar eine Waschmaschine mit Trockner bietet. Mit Tankstelle, Supermarkt und Schnellimbiss ein guter Platz, zum Beispiel für Anne und Paul aus Canada, die mit ihrer Yacht gerade aus Spitzbergen kommen und hier „nachladen“;ansonsten nicht unbedingt ein sehenswürdiger Ort.

Unser zweiter Urlaubstag beschert uns Nebel, Regen, heftigen Nordwind und ein aufgewühltes Wellenmeer. Nach 13 sm verkriechen wir uns in Seglvik auf der Halbinsel Stoltind. Im Minihafen, der eigentlich nur ein paar Bojen und zwei Stege für Fischer und Besucher der Nachbarinsel hat, wollen wir kurz abwettern, doch zwei Einwohner durchkreuzen unsere Pläne. Sie turnen neugierig um die Yacht die der heftige Nordwind hier rein getrieben hat und der Abend endet mit interkulturellen Gesprächen bei Bier und Rotwein in ihrem Häuschen hinter der Mole. Am nächsten Morgen legen wir dafür schon um sechs Uhr ab, segeln 3 Stunden auf 28 Grad durch den Leisund, gehen dann auf 142 Grad durch den Sandlandsfjord und sind außer zwei Fischkuttern und einer Inselfähre auch am Nachmittag die Einzigen die sich am Panorama des Bergsfjorden und des Stjernsundet erfreuen. Statt dem sonst üblichen Badestopp gibt es eine Kaffee- und Angelpause. Angel rein- Fisch raus so funktioniert das in Norwegen auch für völlig Unerfahrene. In einer halben Stunde genügend Fischvorrat für drei Mahlzeiten! Am späten Abend laufen wir auf Vorwindkurs mit 7 kn durch den Altafjord gen Alta.

Da auch für die nächsten drei Tage 7-8 Bft. aus Nord- Nordost gemeldet sind, was für uns ein Gegenankreuzen auf rund 160 sm bis zum Nordkap, und demzufolge hin- und zurück 4 bis 5 Urlaubstage bedeuten würde, beschließen wir „Plan B“ in die Tat umzusetzen. Wir organisieren uns einen Mietwagen und folgen der E 6, bis zum Nordkap, one way 240 km Landweg. Eine super Idee, wie sich im Nachhinein herausstellt, denn im Alta Revier regnet es fast den ganzen Tag, während wir schönstes Wetter haben und gleichzeitig ein Stück Inland sehen. Die E 6 ist eine kurvenreiche Landstraße die sich ufernah um die Fjorde schlängelt oder langen Flussläufen folgt. Das Spannendste an ihr sind aber die Rentiere der Gegend, die sie als Wanderpfad nutzen. Sie tauchen urplötzlich aus dem Gebüsch oder hinter einer Kurve auf, stehen mitten auf der Straße oder traben ein Stück neben dem Auto her.

Durch den Nordkaptunnel erreichen wir Mageroya (magere Insel) und machen dort zunächst einen kurzen Stopp in Honningsvaeg, wo gerade ein Hurtigrutenschiff am Pier liegt und massenweise Passagiere ausspuckt. Sie werden von hier per Bus zu Europas berühmtesten Aussichtsfelsen transportiert. Wir beeilen uns um vor ihnen da zu sein. Eine gute halbe Stunde und ein paar Serpentinen später, mitten auf dem Hochplateau ein Schlagbaum. Raubgierige 30 € (pro Kopf!) kostet der Zugang zu den Nordkaphallen und zur Aussichtsplattform mit dem stilisierten Metallglobus, den man willkürlich zum nördlichsten Punkt Europas gemacht hat. Was viele nicht wissen, allein auf der Insel Mageroya reicht eine westlich des Nordkaps liegende Landzunge, mit dem Namen Knivskjellodden, 1380 Meter weiter nördlich. Noch weniger Abstand zum Nordpol, hat die Landzunge Kinnaroden, 80 km weiter östlich auf der Festlandshalbinsel Nordkinn, die weniger bekannt und touristisch nicht erschlossen – als nördlichster Punkt des europäischen Festlandes gilt. Das Glück ist mit uns, bei zugigen 6° genießen wir einen traumhaft klaren Rundblick, den es hier nur wenige Tage im Jahr gibt. Auf die Mitternachts – Sonnenshow am Horizont warten wir aber nicht, sondern beschließen auf der Rückfahrt noch einen Abstecher nach Hammerfest zu machen und den Ort mit „abzuhaken“.

Die 140km sind noch drin, es ist ja lange hell und dann passen wir unsere geplante Route eben an. Gesagt getan, es geht über die Kvalsundbrücke und dann südwestlich am Ufer entlang bis Hammerfest. Hier geht die Sonne vom 19.Mai – 26 Juli nie unter, dafür ist vom 22.11. – 21.1. totale Winternacht. Schon 1891 bekam Hammerfest deshalb als eine der ersten Städte elektrische Straßenbeleuchtung. Für die Expeditionen des Fridtjof Nansen mit seiner „Fram“ war Hammerfest Starthafen. Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt von deutschen Truppen überfallen und diente als Basis um den russischen Nachschub Richtung Westen zu unterbinden. Gegen Ende des Krieges zerstörten die Deutschen die Stadt fast völlig – wie viele andere norwegische Städte übrigens auch – nur damit diese den nachrückenden russischen Truppen nicht in die Hände fallen sollten. Heute säumen quadratische Nachkriegsbauten die Haupt- und Einkaufsstraßen von Hammerfest, die bis Mitte der 90ziger Jahre die nördlichste Stadt der Welt war.Für Segler ist Hammerfest immer noch ein guter Versorgungsort, die von weitem sichtbare Erdgasverflüssigungsanlage auf der Insel Melkoya ein guter Ansteuerungspunkt.

Inzwischen ist es 21 Uhr und die untergehende Sonne (heute für rund 2 Stunden) färbt die Stadt und die vorgelagerten Inseln märchenhaft rot- gold ein.Wir haben heute so viel aufgenommen, und würden gern hier bei einem Gläschen Wein ein bisschen sitzen und verweilen, doch wir haben noch 180 km Rückweg um die Fjorde bis zum Schiff, weshalb wir uns losreißen. Ziemlich geschafft sitzen wir gegen 23 Uhr wieder im Cockpit. Wein gibt`s keinen, doch wir sind uns einig, dass der Landausflug (insgesamt 640km) die absolut richtige Entscheidung war. Die Seemeilen gegen an hätten einfach zu viel Zeit gekostet. Das Abendrot steht noch immer am Himmel und wir sinnieren vor uns hin und suchen Vergleiche zu anderen Törns: zum überlaufenen Italien, wo man ab 14 Uhr kaum noch Liegeplätze bekommt, zu Thailand wo wir bei steten 34° schwitzen oder nochmal ins Wasser springen würden, oder zu Kroatien mit seinen kleinen Gaunereien und Wucherpreisen. Was wir da für 2 Tage in einer Marina bezahlt hätten, dafür gab es hier den Mietwagen inklusive Sprit. In Alta kostet die Übernachtung mit Strom und Wasser 12.50 €, Dusche 2 € und im Clubhaus hat man sogar die Möglichkeit sich aufzuhalten und die Küche zu benutzen. Ach ja, und mit ein bisschen Übung ist norwegisch einfacher als kroatisch oder griechisch, es liest sich wie deutsch mit vielen Fehlern oder wie geschriebener Dialekt: so heißt god dag – guten Tag, eine bekreftelse for overnatting- ist eine Bestätigung für die Übernachtung, die bensinstatione findet jeder und was vorbidden ist, das sollte man auch nicht machen! Und die Gegend, die freundlichen, immer hilfsbereiten Menschen, das Feeling der Einsamkeit und die Natur? Norwegen kann man nicht vergleichen, man muss es erleben!

Mit der Landtour ist unser nördlichstes Ziel abgehakt, zurück durch den Altafjord und den Stjernsundet besichtigen wir nun den Oksfjord und übernachten im gleichnamigen Hafen. Fischzuchtanlagen, tolles Bergpanorama mit Blick auf die Gletscher, mal in Wolken gehüllt, mal in der Sonne glänzend. Hier und da ein Anglerkahn, mare TV in einer Endlosschleife auch auf dem Weg nach Hasvik.

In Hasvik auf Soroya gibt es einen kleinen Flughafen, dessen Ansteuerung mit der Ansteuerung der Hafeneinfahrt übereinstimmt und  sozusagen direkt hinter dem Fähranleger setzen die Flieger auf. Es ist Samstag und wir brauchen Diesel. Bei der Fischfabrik bekommen wir ihn, ein Angestellter unterbricht dafür extra seinen freien Tag und bei der Gelegenheit dürfen wir sogar die Hallen mit dem gefriergetrockneten Fisch besichtigen, der zu  100% für den Export nach Afrika, aber auch in europäische Länder, wie z. B.  Italien geplant ist. Am Abend kommen wir am Steg mit Litauern ins Gespräch, wir tauschen drei Bier gegen 4 große Fische und sichern damit unsere Mahlzeiten für  weitere 2 Tage. Einfach essen zu gehen ist in Nordnorwegen auf den Inseln nicht  möglich. Es gibt keine Restaurants. Wozu auch? Außer uns und Einheimischen oder  litauischen Fischern ist niemand unterwegs. In Hasvik, das mit 1000 Einwohnern als „größerer Ort“ gilt,gibt es ein Hotel mit angegliedertem Café, das tgl. von 12- 14 Uhr öffnet und eine Hotelbar die laut Aushang immer Samstags von 18- 23 Uhr zum Tanz einlädt, eine Gesamtschule, eine  Kirche, ein Supermarkt, eine Touristinfo die nur während des Fischfestivals öffnet  und eine Industriewarenladen der mit den Öffnungszeiten – immer Dienstags von 17- 19 Uhr, offensichtlich den Bedarf deckt.

Die Vegetation hat nur noch Sträucher  zu bieten, wegen des rauen Klimas lohnt es nicht, Vorgärten zu kultivieren, Blumen- oder gar Gemüsebeete haben Seltenheitswert. Jetzt im Hochsommer prägen  stellenweise saftige Wiesen mit niederen Gestrüpp das Bild, Farne und Flechten  überziehen wie ein weicher Hochfloorteppich die felsig zerklüftete Landschaft, doch Vorsicht, Spaziergänge querfeldein werden dadurch schnell zur Fußfalle. In der  Inselwelt Nordnorwegens gehen die Uhren anders! An Häusern, Schuppen und Autos  stehen die Türen offen, Fahrräder sind unabgeschlossen, man kennt sich! Schafe oder Rentiere grasen friedlich im Gelände. Die wenigen Straßen sind menschenleer,  Mittelpunkt der Örtchen ist entweder der Minimarkt oder der Hafen mit einer kleinen Fischfabrik. Bewegung kommt erst auf, wenn eine Fähre oder ein voller  Fischkutter einläuft. Dann finden sich ein paar Männer ein, die den Fang bergen,  Ladekräne und Gabelstapler bedienen, und den Fisch für die Weiterverarbeitung vorbereiten. Hasvik hat auch einen schönen langen Sandstrand zu bieten,  und da das Thermometer am Samstag im Windschatten auf 23 Grad klettert,  verschieben wir unsere Abfahrt ein wenig, machen einen Strandbummel und wagen es  unsere Füße ins Wasser halten. Das Kneipp- Bad bei 8 Grad dauert keine 5  Minuten, lockt aber gleich ein paar einheimische Zuschauer an, denen wir  vermutlich Gesprächsstoff für die nächsten langen Winternächte liefern.

Wir laufen  erst 17 Uhr aus, 18 Uhr zieht es schlagartig zu! Nach 18 sm mit 6 Bft., querdurchrollenden Wellen und durchnässten Handtüchern im Kragen, finden wir weder die Papageitaucher noch die hier häufig auftauchenden Schweinswale lustig und beschließen in Mevaret auf Loppa zu übernachten. 3.50m Tide, der feste Steg ist für Segler alles  Andere als ideal, aber es gibt zwei freie Fischerbojen. Zum Glück beißen die  Fische auch 22.30 Uhr noch in Sekundenschnelle an unsere Angel, ganz wild  darauf uns zum Abendessen zur Verfügung zu stehen.

Am nächsten Morgen segeln wir  mit achterlichem Wind gen Süd, um als nächstes Highlight im Jokelfjord den einzigen ins  Meer kalbenden, europäischen Festlandgletscher, den Aksovuonjiehkki, zu  besichtigen. Der riesige Gletscher, den wir schon vom Oksfjord aus gesehen haben ist zunächst von Wolken umhüllt, dann beginnt ein Naturschauspiel wie es ein Regisseur nicht besser hätte planen können. Ganz langsam hebt sich der  Nebelvorhang bis auch die obere Kante sichtbar wird und für die Farbe im Bild kommt noch  ein bisschen blauer Himmel zum Vorschein. Sekundenlang wird die in unserem  Rücken stehende Sonne zum Scheinwerfer der Szenerie und gleich darauf ist alles wieder in den Wolken verschwunden. Diese Inszenierung ist uns mehrere JPG –Megabyte und einen Manöverschluck wert! Mit Letzteren muss man in Nordnorwegen  übrigens sparsam umgehen, Nachschub generell sorgfältig planen. Wein und Bier  gibt es nur in Spezialläden, den Vinmonopolen, die Sonderöffnungszeitenhaben  (meist 11-15 Uhr) und für Yachties unerreichbar irgendwo im Landesinneren versteckt sind. Bier wird in den Minimärkten nur bis 16 Uhr, in größeren Geschäften bis 18 Uhr verkauft.  Eine Dose Bier kostet im Laden ca. 4 €, ein Glas 0,6 l im Restaurant 8 – 10 €, eine Schachtel Zigaretten 12€! Insgesamt sind die Preise bei  Lebensmitteln 50-70% höher als in Deutschland, das Gemüseangebot ist dürftig, frische Backwaren sind selten, dafür gibt es viele verschiedene Sorten  Mehlmischungen zum do it yourself. Wurst und Käse gibt es meistens nur folienverpackt,  Fleisch (oft Hammel) und Fisch findet man normalerweise nur in der Gefriertruhe. Obwohl es von  Fischern und Anglern rundum nur so wimmelt, gibt es, wohl in Ermangelung von Kundschaft, keine Fischmärkte. Wir übernachten im Jockelfjord an einer Boje und haben als geübte Selbstversorger heute zum Abendessen frisches Brot und Fischsalat in Mango- Currycrem, aus den  Resten von gestern.

Zurück durch den Jockelfjord umrunden wir Spildra südlich,  kämpfen uns im Haukoysundet ein Stück gegen den Tidenstrom vorwärts, der dann  umschlägt und uns bis zum Abend durch den Maursundet, und Rotsundet nach Hamnnest  trägt, wo wir nach ca. 38 sm bei Hägar und seiner Frau am Steg übernachten. Die beiden Allrounder sprechen mehrere Sprachen, lebten schon in Italien, Deutschland und den  USA, und sind ganz bewusst hierher zurückgekehrt um abseits von  Alltagsstress, Drogenproblemen und Ähnlichem, ihre vier Kinder in der Natur zu erziehen. Sie betreiben hier einen kleinen Laden mit Poststelle, vermieten Ferienwohnungen und Angelboote, können als Führer für Berg – oder Skitouren gebucht werden,  spielen bei Anmeldung auch mal Gaststätte und kümmern sich um den stets freien  Zugang zur Fähre, die hier von der E 6 herüber kommt, um die Insel Uloya zu  versorgen.

Quasi quer vorm Rotsundet in Nord- Südrichtung, liegt der Lyngenfjord.  In Anlehnung an unser Alpengebirge, werden die bis 1600 m hohen Berge auch  Lyngenalpen genannt. Bei strahlendem Sonnenschein, blauen Himmel und Nordwind  rauschen wir Vorwind entlang des herrlichen Panoramas 12 sm den Fjord hinab. Insgesamt ist er rund 80 km lang – 14 km länger als der Bodensee! Da wir auch an den Rückweg  denken müssen, nehmen wir die Insel Aroya als Wendmarke, umrunden sie und gönnen uns noch eine kleine Rast in einer  Bucht an der Nordwestseite, bevor wir hart auf der Kante die 12 sm zurück  kreuzen. Bei der steifen Brise brauchen wir Handschuhe und Mützen, aber entlang der glitzernden Berge ein herrlicher Segeltag. In Djupvik einen kleinen  Fischerhafen am östlichen Ufer machen wir fest.

Einem Vorschlag unseres Vercharterers folgend, haben wir uns zu einem weiteren Landausflug entschlossen. Die E 6 führt  durch den Ort und Ivar der Chef von Boreal Yachting holt uns persönlich am  nächsten Morgen ab. Er spielt den Guide ins Naturschutzgebiet Reisatal und zu den Wasserfällen, organisiert Flusskähne und ein Picknick am Lagerfeuer.  Während wir der Reisa, durch üppig grüne Täler mit dunklen Felswänden und  Wasserfällen, über Kurven und Stromschnellen Richtung Quelle folgen, erzählt er ein  wenig von Land und Leuten. So erfahren wir auch, dass man schon ab Februar in  Norwegen segelt und sein neuestes Angebot „sailing and skiing“ immer mehr Buchungsnachfragen hat. Über Skihänge und Gletscher bis Boot, „solche  Art Abenteuer kann man hier bis in den späten Mai ausleben wenn man die  richtige Outdoorkleidung hat“, berichtet Ivar, sowie dass zu seinen Kunden  hauptsächlich Franzosen und Italiener zählen. Sollen sie doch! Wir sind auch aus  Enthusiasmus hier, aber uns reicht das Sommerwetter mit seinen steten 12 bis 14°C  aus. (nachts 4-6°)

Der nächste Segelschlag, d. h. 15 sm unter Segel und15 sm unter  Motor, wir folgen der 350° Linie und erreichen am Abend Arviksand auf der Insel Arnoeya. Unterwegs eine  eher unansehnliche Abwechslung, ein auf offener See treibender, ca. 15 m  langer toter Wal, dessen dicke, weiße verwesende Fleischschicht fürchterlich stinkt und den wir aus der Ferne für ein Stück Gletschereis hielten. Außerdem am Nachmittag ein Zollboot, das auf einen Fischkutter zuhält und wohl zur Kontrolle einige uniformierte Beamte übersetzen, sowie am Horizont das zweite Segelboot, dem wir diese Woche begegnen. Vor Arviksand ein paar Untiefen, um denHafen eine hohe Steinmole, die guten Schutz vor Nordwind und entsprechenden Wellen bietet, sowie drei neue Schwimmstege, eine Poststation, ein Minimarkt, ein Steinbruch, der Baumaterial für die umliegenden Häfen und Inseln liefert und eine Fischfabrik bei der wir mit drei Dosen Bier drei Arbeiter erfreuen und dafür alle Wassertanks füllen. Immerhin gibt es eigene Postkarten vom Ort; Motiv Fischfabrik mit Bergpanorama im Morgenrot! Zeit für ein bisschen Unterwasserwelt. Die dank Golfstrom ganzjährig gleichbleibende Wassertemperatur von 6-8 Grad, scheint für Wasserpflanzen ideal zu sein, selbst neue Bojen und Leinen sind dicht bewachsen, Miesmuschelkolonien unter jedem Steg zu finden, weiße und orangefarbene Seeanemonen leuchten zwischen zahlreichen Herzmuscheln und dicken Seesternen vom Grund herauf. Fünf verschiedene Quallensorten von ca. 3- 40 cm Größe sind auszumachen und schwimmen in dichten Feldern am Boot vorbei.

Da inzwischen Freitag ist und wir Montag das Boot zurückgeben müssen, ist nun Zeit die Routenwahl wieder gen Tromsö zu richten. Bei Halbwind machen wir zunächst einen schönen Segelschlag nach Westen um am Südkap von Fugloya, der Vogelinsel, nach den hier beheimateten Rauhfußbussard oder Gerfalken Ausschau zu halten. Doch die imposanten Felswände sind verwaist, im Vogelschutzgebiet noch nicht mal Möwengeschrei zu hören. Selbst die Papageitaucher, die sonst immer rund um unsere Yacht ihr Spiel treiben, tauchen erst wieder auf, als wir schon ein paar Seemeilen entlang der Ostküste von Vannoya schippern. Eine Nacht im Bojenfeld der Fischer von Vannvag und am anderen Morgen queren wir den 70. Breitengrad im Vannsundet um durch den Langsundet nach Tromsö zurück zu kehren. Die imaginäre Linie wird zur Wetterscheide, ab hier fast Dauerregen bis zum Ausgangshafen und jetzt wo wir den Nordost gebrauchen könnten, bläst es aus Südwest, so dass wir inklusiv dem gegenläufigen Gezeitenstrom kaum vorwärts kommen. Dort wo die Strömungen von Sunden und Fjorden zusammenfließen, ist das Wasser besonders kabbelig, ganze Möwenfelder markieren die Oberfläche und die Fischer behaupten, das seien die besten Angelplätze. Wir angeln nicht mehr, haben genug von den beißwütigen Fischen und den Folgearbeiten in der Bordküche. Da auch die Sicht inzwischen sehr eingeschränkt ist, machen wir noch einen Aufwärmstopp in Hansnes, um mit einsetzendem Tidenfall, die Strömung mit uns zu haben. Hansnes hat eine auch vom Straßennetz erreichbare Hafentankstelle, deshalb sind die Dieselpreise um 50 % höher als bei reinen Bootstankstellen. In 1,5 km Entfernung vom Hafen hat das Örtchen einen gut bestückten Supermarkt zu bieten. Zum Proviantfassen geeignet, doch wir sind dabei unsere Schapps zu leeren, richten uns Grog und heiße Schokolade und dieseln weiter. Bei kräftiger Welle, in kompletter Montur mit Rettungsweste, Lifebelt und Handtuch im Kragen, genießen wir unseren letzten Törntag im Langsundet. Gegen 19 Uhr laufen wir in den Grottsundet ein und haben außer dem GefühI der klammen Finger auch das Gefühl wieder unter Menschen zu sein. Mehrere Fischkutter kommen aus Nord und schlagen den gleichen Kurs Richtung Tromsø ein, von wo uns zwei Kreuzfahrtschiffe entgegenkommen. Elf Schiffe im Umkreis, was für Verkehr!

In Skattoera, einem Hafen am Nordostufer Tromsoyas, den wir auch zwecks Auftanken wählten, verbringen wir, zeitweise etwas schaukelnd, die zweitletzte Nacht an Bord. Die Temperatur fällt auf 3° und schafft es am anderen Tag gerade so auf 7 Grad. Vor lauter Regenwolken wird es gar nicht erst richtig hell. Während wir durch die Festlandbrücke von Tromsø fahren, die Eismeerkathedrale von See nochmal fotografieren und Tromsoya südlich runden, gilt es wegen der vielen Untiefen aufzupassen, kein Seezeichen zu übersehen. Wir biegen in den Balsfjord ein, während auf den Gipfeln rundherum vergangene Nacht der erste Schnee fiel. Mitten im Wettermix ein Sonnenloch das uns an diesem nicht ganz typischen norwegischen Sommertag zum Abschied noch einen Regenbogen über die Brücke des Sandnessundt zaubert. Bei stürmischem Nordwest, der genau auf unseren Liegeplatz im Ausgangshafen Eidkjosen steht, brauchen wir 3 Versuche, bis wir mit dem Bordbucheintrag „Leinen fest – 69°40,5 N; 018°45,0 E, Gesamtmeilen 401, unter Segel 258 “, unseren Törn beenden.
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